Gleichgewicht


lat. equilibrum engl. balance, equilibrum
franz. balance, équilibre Gegenbegriffe Ungleichgewicht
Wortfeld Ausgeglichenheit, Balance, Waage, Verteilung

Disziplinäre Begriffe

Équilibre (franz.):

  • Allgemein: Häufig verwendet im Gesellschafts-(politischen) Bereich: équilibre politique, - mental, - économique.
  • Physik: Ein mechanisches oder thermodynamisches System, das sich nicht verändert.
  • Physiologie: Der Gleichgewichtssinn.
  • Naturwissenschaft: Zur Bezeichnung des Zustandes von Systemen (Systemgleichgewicht).
  • Kunst: Harmonie der Komposition.

Gleichgewicht:

  • Chemie: Zustand, der sich bei einer reversiblen Reaktion einstellen kann, da die Reaktion in gleicher Geschwindigkeit in beide Richtungen ablaufen kann.
  • Psychologie: Ein ausgeglichener oder stabiler psychischer Zustand einer Person.
  • Physik: Ein sich (in einem bestimmten Zeitraum) nicht veränderndes mechanisches, thermodynamisches oder hydrodynamisches System (Vgl. auch den Begriff 'dynamisches Gleichgewicht').
  • Politik: Ein ausgeglichenes, stabiles Mächteverhältnis.
  • Ökologie: Der stationäre Zustand eines Ökosystems.
  • Physiologie: Der Gleichgewichtssinn.

Material

A. Primärmaterial

1828Gehler, Johann Samuel Traugott: (Art.) Gleichgewicht, in: Johann Samuel Traugott Gehler’s Physikalisches Wörterbuch. Bd. 4,2. Leipzig, 1828, S. 1602-1604.
1953Bertalanffy, Ludwig von: Biophysik des Fließgleichgewichtes, 1953. Bertalanffy unterscheidet verschiedene Typen des Gleichgewichtes bei Systemen: Fließgleichgewicht (term. Neuprägung), echtes Gleichgewicht, dynamisches Gleichgewicht, homöostatisches Gleichgewicht.

B. Sekundärmaterial

Begriffsgeschichtliche Arbeiten

  • Bertalanffy, Ludwig von: (Art.) Homöostase, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Hg.v. J. Ritter. Bd. 3, Basel/Stuttgart, 1974, Sp. 1184 - 1186.
  • Candeias, Mario und Hermann Schmid: (Art.) Gleichgewichtstheorie, in: Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus. Hg. v. Wolfgang Fritz Haug, Bd. 5 Hamburg, 2001, Sp. 808-823.
  • (Art.) Gleichgewicht, in: Georg Toepfer: Historisches Wörterbuch der Biologie. Geschichte und Theorie der biologischen Grundbegriffe, Stuttgart und Weimar, 2009 ff.
  • Frenske, Hans: (Art.) Gleichgewicht, Balance, in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Hg. von Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck. Stuttgart, 1975, S. 959-996.

Sonstige Literatur

  • Federle, Courtney: "Die Erhaltung des Gleichgewichts". Defining and prescribing a technology of self. In: Reading after Foucault. Institutions, disciplines, and technologies of the self in Germany, 1750 - 1830. Hg. von R.S. Leventhal. Detroit, 1994, S. 153-167.
  • Potthast, T.: Die wahre Natur ist Veränderung. Zur Ikonoklastik des ökologischen Gleichgewichts. In: Fischer, L. (Hg.). Projektionsfläche Natur. Zum Zusammenhang von Naturbildern und gesellschaftlichen Verhältnissen. Hamburg University Press, Hamburg, 2004, S. 193-221.
  • Schramm, E.: Gleichgewicht (Ökologie). In: Archiv der Geschichte der Naturwissenschaften 7, 1983, S. 355-358.
  • Weil, A.: Über den Begriff des Gleichgewichts in der Ökologie – ein Typisierungsvorschlag. In: Landschaftsentwicklung und Umweltforschung 112, 1999, S. 11-97.
  • Weiss, Burghard: Der Wandel des Gleichgewichtsbegriffs in der Physik des 18. Jahrhunderts. In: Begriffswandel und Erkenntnisfortschritt in den Erfahrungswissenschaften. Hg.: F. Rapp und H.-W. Schütt. Berlin, 1985, S. 205-226.
  • Weiss, Burghard: Zur Entstehung des Begriffs ‘Dynamisches Gleichgewicht’: Pierre Prévosts physikalisches Skizzenbuch aus den jahren 1788-1792. In: Sudhoffs Archiv, 68, 1984, S. 130-142.

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