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interferenz

Interferenz


lat. inter (zwischen), ferre (bringen) engl. interference
franz. interférence Gegenbegriffe
WortfeldÜberlagerung, Interferenzmuster, Interferenzstrom

Disziplinäre Begriffe

  • Allgemein: Metaphorisch gebraucht für Superposition.
  • Psychologie: Die Überlagerung von zwei Bewusstseinsinhalten.
  • Physik: Überlagerungserscheinungen beim Zusammentreffen von mindestens zwei Wellen.
  • Linguistik: Übertragung muttersprachlicher Strukturen auf Fremdsprachen.
  • Biologie/ Ökologie: Die Überlagerung von Lebensräumen, infolge deren Einschränkung oder der Zunahme der Populationen.

Material

A. Primärmaterial

1802Young, Thomas: A syllabus of a cours of lectures on natural and experimental philosophy, London, 1802. Darin zuerst das Gesetz von der Interferenz des Lichts.
1830Gehler, Johann Samuel Traugott: (Art.) Interferenz, in: Johann Samuel Traugott Gehler’s Physikalisches Wörterbuch. Bd. 5,2, Leipzig, 1830, S. 770-787.
1844Marx, Karl und Friedrich Engels: Die heilige Familie, oder Kritik der kritischen Kritik, 1845, MEW Bd. 2, S. 16. Marx und Engels kritisieren die verunklärenden Anglizismen der deutschen philosophischen Kritik, u.a. am Beispiel der Interferenz: „sie sagt statt »Einmischung« Interferenz (interference) […]“.
1868Mill, John Stuart: System der deduktiven und inductiven Logik. 3. dt., nach der 5. des Originals erw. Aufl., Braunschweig, 1868: "Es giebt also eine Art von gegenseitiger Interferenz der Naturgesetze, in welcher, wenn auch die zusammenwirkenden Ursachen ihre Wirkungen einander aufheben, eine jede doch ihre volle Kraft nach dem eigenen Gesetze als ein besonderes Agens ausübt."
1923Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache, 2. Aufl., Bd. 1, S. 169: Kritik der Manier, "plane Gedanken in möglichst erhabenen und gelehrten Worten auszudrücken. Nur ein Beispiel. In der Physik spielt die Interferenz eine wichtige Rolle, die Erscheinung, daß Licht- oder Schallwellen einander je nach Umständen verstärken oder abschwächen können; Bergson macht diese Interferenz, die er die der unabhängigen Reihen nennt, zu einer schiefen Formel für die verbrauchtesten Schwankmotive. Die simpelste Parodie wird ihm zu einer Interferenz."
1931Als eine von drei Ursachen für Missbildungen und andere Entwicklungsstörungen benennt die Goldschmidtsche Intersexualitätslehre die »Interferenz der beiderseitigen Erbanlagen«, Gegebenheiten, welche sich durch die Vereinigung von aufeinander schlecht abgestimmten männlichen und weiblichen Keimen in der »Amphimixis« geltend machen können; vgl. d. Ergänzungsband zum Bilder-Lexikon der Erotik, Wien/Leipzig, 1931, Bd. 4, S. 280.
1966Urbanova, Anna: Zum Einfluss des amerikanischen Englisch auf die deutsche Gegenwartssprache. Ein Beitrag zur Frage sprachlicher Kontakte. In: Muttersprache, 76. Jg. 1966, S. 97-114, S. 97. Auszug
1972Serres, Michel: Hermés. Vol. 2: L'interférence. Paris, 1972. (Collection "Critique") (dt.: Hermes. Bd. 2: Interferenz. Berlin, 1992.)

B. Sekundärmaterial

Begriffsgeschichtliche Arbeiten

  • (Art.) Interferenz, in: Hermann, Armin: Lexikon Geschichte der Physik A-Z, Köln, 1987.

Sonstige Literatur

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