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begriffe:zeugnis

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begriffe:zeugnis [2013/02/15 16:41]
heyne [Zeugnis]
begriffe:zeugnis [2017/11/16 15:12] (aktuell)
claus [Zeugnis]
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-====== Zeuge/Zeugnis ======+====== Zeugnis ====== 
 +Auch: Zeuge 
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-^ mhd.    | ziugnissegiziugnisse   |^ engl.   |testimonycertificateattestation   | +^ mhd.    | ziugnissegiziugnisse   |^ engl.   |testimonycertificateattestation   | 
-^ franz.  |témoignage, témoinbulletincertificat   |^Gegenbegriffe   | | +^ franz.  |témoignage, témoinbulletincertificat   |^Gegenbegriffe   | | 
-^ Wortfeld| Bezeugung,Zeuge, Zeugenschaft, Zeugenaussage, [[Aussage]], Angabe, Beleg, Bescheinigung    ||||+^ Wortfeld| Bezeugung, Zeuge, Zeugenschaft, Zeugenaussage, [[begriffe:Aussage]], Angabe, Beleg, Bescheinigung    ||||
  
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 **Témoin (franz.):** **Témoin (franz.):**
  
-  * **Rechtswesen/ Religion:** Verwendet zur Bezeichnung von Personen die durch ihre Gegenwart Ereignisse bestätigen oder widerlegen können (Begriff ser Zeugenaussage (veraltet)).+  * **Rechtswesen/ Religion:** Verwendet zur Bezeichnung von Personen die durch ihre Gegenwart Ereignisse bestätigen oder widerlegen können (Begriff der Zeugenaussage (veraltet)).
   * **Ökonomie:** Veraltet in Bezug auf eine Warenprobe (13. Jhd.).   * **Ökonomie:** Veraltet in Bezug auf eine Warenprobe (13. Jhd.).
-  * **Geologie:** Der Fachbegriff des 'Zeugenberges': Ein einzelner Berg, der durch Errosionsvorgänge von umliegenden (geschichteten) Gesteinen abgetrennt wird (wurde) und einzeln aus der umgebenden Landschaft hervorragt.+  * **Geologie:** Der Fachbegriff des 'Zeugenberges': Ein einzelner Berg, der durch Erosionsvorgänge von umliegenden (geschichteten) Gesteinen abgetrennt wird (wurde) und einzeln aus der umgebenden Landschaft hervorragt.
   * **Politik:** Hier gebraucht in Bezug auf Grenzmarkierungen (Grenzsteine).   * **Politik:** Hier gebraucht in Bezug auf Grenzmarkierungen (Grenzsteine).
   * **Technik:** Verwendet in der Buchbinderei und (Druck)Grafik, sowie in der Seefahrt.   * **Technik:** Verwendet in der Buchbinderei und (Druck)Grafik, sowie in der Seefahrt.
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   * **Allgemein:** Eine Aussage über die Bewertung einer Leistung (Leistungsbeurteilung/ Abschlusszeugnis).   * **Allgemein:** Eine Aussage über die Bewertung einer Leistung (Leistungsbeurteilung/ Abschlusszeugnis).
-  * **Rechtsaesen:** Die Aussage des Zeugen (veraltet); Zeuge: Person die über Tatsachen die sie wahrgenommen hat aussagen soll.+  * **Rechtswesen:** Die Aussage des Zeugen (veraltet); Zeuge: Persondie über Begebenheiten, die sie wahrgenommen hataussagen soll.
  
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 |**1749**|Zedler, Johann Heinrich: (Art.) [[http://mdz10.bib-bvb.de/~zedler/zedler2007/blaettern/einzelseite.html?id=505365&bandnummer=62&seitenzahl=0021&supplement=0&dateiformat=1|Zeuge]], in: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschafften und Künste, Bd. 62, S. 21-71.| |**1749**|Zedler, Johann Heinrich: (Art.) [[http://mdz10.bib-bvb.de/~zedler/zedler2007/blaettern/einzelseite.html?id=505365&bandnummer=62&seitenzahl=0021&supplement=0&dateiformat=1|Zeuge]], in: Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschafften und Künste, Bd. 62, S. 21-71.|
-|**1769**|Herrn C. Bonnets Philosophische Palingenesie. Oder Gedanken über den vergangenen und zukünftigen Zustand lebender Wesen, Als ein Anhang zu den letztern Schriften des Verfassers; und welcher insondernheit das Wesentliche seiner Untersuchungen über das Christenthum enthält. Aus dem Französischen übersetzt, und mit Anmerkungen herausgegeben von Johann Caspar Lavater, Zweyter Theil, Zürich 1769, 18. Stück: Fortsetzung der philosophischen Unterhaltung über die Offenbarung. Das Zeugnis. |+|**1769**|Charles Bonnet: Philosophische Palingenesie. Oder Gedanken über den vergangenen und zukünftigen Zustand lebender Wesen, Als ein Anhang zu den letztern Schriften des Verfassers; und welcher insondernheit das Wesentliche seiner Untersuchungen über das Christenthum enthält. Aus dem Französischen übersetzt, und mit Anmerkungen herausgegeben von Johann Caspar Lavater, Zweyter Theil, Zürich 1769, 18. Stück: Fortsetzung der philosophischen Unterhaltung über die Offenbarung. Das Zeugnis. |
  
 ==== B. Sekundärmaterial ==== ==== B. Sekundärmaterial ====
 === Begriffsgeschichtliche Arbeiten === === Begriffsgeschichtliche Arbeiten ===
  
-  * Scholz, O. R.J. von Lüpke: (Art.) Zeuge/Zeugnis, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Hg. v. J. Ritter, K. Gründer u. G. Gabriel. Bd. 12, Basel, 2004, Sp. 1317 - 1330.+  * Scholz, O. R. und J. von Lüpke: (Art.) Zeuge/Zeugnis, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Hg. v. J. Ritter, K. Gründer u. G. Gabriel. Bd. 12, Basel, 2004, Sp. 1317 - 1330. [[redaktion:zeugnis|Inhaltsangabe]]
  
-|**Inhalt**: Wissenschaftsgeschichtlicher Artikel beginnend mit der grundlegenden Unterscheidung zwischen dem göttlichen und dem menschlichen Zeugnis.\\ Der Artikel behandelt zunächst den Zeugnisbegriff in Recht und Rhetorik, Erkenntnistheorie und Philosophie. Nachfolgend wird die Verwendung des Begriffes in der Theologie thematisiert.\\ In allen Rechtskulturen spielt der Begriff des Zeugens und des Zeugnisses (mündlich/ schriftlich) eine entscheidende Rolle als Beweismittel. In der Rhetorik zählt man die Zeugenaussagen zu den 'kunstlosen' Überzeugungsmitteln.\\ In epistemologischer Hinsicht gibt es verschiedene Standpunkte: Zum einen gibt es Ansichten, welche dem "was wir durch Zeugnis anderer erfahren, den Status des Wissens rundweg" absprechen. Zweitens sind  "die Reduktionisten oder Interferenzialisten (...) nur unter der Bedingung bereit, das Zeugnis anderer als (abgeleitete) Erkenntnisquelle anzuerkennen", wenn es sich "auf vermeindlich basalere Quellen (...) zurückführen lässt." Der dritte Anti-Reduktionistische Standpunkt erkennt das Zeugnis als Wahrnehmungsquelle an. Nachfolgend erörtert der Artikel diese Standpunkte philosophiegeschichtlich, beginnend bei Platon, bis in die nähere Gegenwart, in der der Begriff u.a. in Bezug auf die Sprachphilosophie (Wittgenstein) beurteilt wird.\\ In der Theologie und Religion ist der Begriff schon im biblischen Sprachgebrauch fest verankert. Hier wird der Begriff, etwa bei Augustinus, als das Verhältnis zwischen Menschen und Gott gedeutet: "Gott habe Menschen als Zeugen haben wollen, damit auch die Menschen Gott als Zeugen haben sollten." Nachfolgend wird der Begriff im AT und NT näher erläutert. Eine nachhaltige Prägung erfährt der Begriff in der Reformation durch Martin Luther, indem der Begriff des Zeugnisses direkt auf die Hl. Schrift bezogen wird. Es wird von einem grundlegenden Zusammenhang zwischen den äußeren Schriftzeugnissen und den inneren Glaubensüberzeugungen ausgegangen. Dieser Standpunkt wird in der neuzeitlichen Bibelkritik angegriffen. Im Folgenden wird der Begriff bis in die theologischen Auseinandersetzungen des 20. Jhds. hinein verfolgt (K. Barth/ E. Levinas).\\ Jüngster Literaturhinweis 2003.|      
  
 === Sonstige Literatur === === Sonstige Literatur ===
  
-  * Agamben, Giorgio: Das Archiv und der Zeuge, in: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge, Ffm. 2003, S. 119-153.+  * Agamben, Giorgio: Das Archiv und der Zeuge, in: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge, Frankfurt am Main, 2003, S. 119-153.
  
-  * Hennig, John: Zur geschichtswissenschaftlichen Kategorie „Zeugnis“. Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 30 (1978) S. 97-106.+  * Hennig, John: Zur geschichtswissenschaftlichen Kategorie „Zeugnis“. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 30 (1978) S. 97-106.
  
-  * Kusch, Martin u. Peter Lipton: Testimony: a primer. Studies in History and Philosophy of Science Part A 33/2 (2002) S. 209-217.+  * Kusch, Martin u. Peter Lipton: Testimony: a primer. In: Studies in History and Philosophy of Science Part A 33/2 (2002) S. 209-217.
  
-  * Le Témoignage. Actes du Colloque organisé par le Centre International d'Etudes Humanistes et par l'Institut d'Etudes philosophiques de Rome (Rome, 5-11 janvier 1972) aux soins de Enrico Castelli Paris, 1972.  +  * Le Témoignage. Actes du Colloque organisé par le Centre International d'Etudes Humanistes et par l'Institut d'Etudes philosophiques de Rome (Rome, 5-11 janvier 1972) aux soins de Enrico CastelliParis, 1972.  
-    * Rezension: Jean-Claude Margolin, Revue de Synthèse 95 (1974) S. 344: +    * Rezension: Jean-Claude Margolin, Revue de Synthèse 95 (1974) S. 344. [[redaktion:zeugnis|Volltext Rezension]] 
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 +  * Leuba, Jean-Louis: La notion chrétienne de témoignage. In: Le Témoignage. Actes du Colloque organisé par le Centre international d’Études humanistes et par l’Institut d’Études philosophiques de Rome (Rome 5-11 janvier 1972) aux soins de Enrico Castelli, Paris, 1972, S. 309-316.
  
-|Les colloques romains de janvierorganisés par le Directeur de l'Institut d'Etudes Philosophiques, ont depuis longtemps assuré leur propre réputationLes noms de philosophes les plus prestigieux — parmi lesquels Ricœur, Levinas, De Waelhens, H. Gouhier, Gadamer — se retrouvent au sommaire de chacune des séries de ces Actes, qu'il s'agisse de l'Herméneutique ou de la Théologie de l'Histoire. Le thème de 1972 était celui du témoignage, pour lequel 37 philosophes s'étaient réunis à Rome, sans compter un message de Gabriel Marcel sur l'attestation créatrice. Contentons-nous de dégager quelques lignes de force. C'est ce qu'avait d'ailleurs fait E. Castelli dans son propre témoignage intitulé Le problème du témoignage. La plupart des communications étaient soit d'inspiration religieuse soit d'une inspiration métaphysique d'essence proche de l'inspiration religieuse. Il est en effet difficile de séparer l'acte de témoignage — et la crédibilité qui s'y rattache — de l'idée et de l'acte de foi. Il est bien évident que toute philosophie d'inspiration positive ou matérialiste ne peut accéder, sans se nier elle-même, à une philosophie du témoignage. Ce qui n'empêche pas l'utilisation juridico-sociale des témoignages, et la validité des témoins dans une perspective qui ne se veut pas proprement métaphysique. La question se pose d'ailleurs de savoir si, par delà cet usage banalisé du témoignage, ne se profile pas une métaphysique d'inspiration religieuse qui ne veut pas dire son nom. Le témoignage a partie liée avec la communication et le dialogue, même si (comme l'a montré R. Pannikarces termes se présentent parfois comme antinomiquesLe cœur du problème du témoignage reste la question de la vérité, ce que montre avec finesse R. Habachi dans Témoignage et faux témoignage, car le faux témoignage interpose un écran d'erreur entre l'éternel et le temps. Le problème du temps est en effet essentiel, dans la mesure où le témoignage s'établit sur une dimension personnelle qui transcende la durée. Le témoignage ne porte pas sur des faits que la science pourrait se représenter selon le point de vue de l'anonyme observateur (interchangeable), mais sur des événements propres à la conscience humaine. Ce ne sont là que quelques perspectives, parmi bien d'autres qui ont été développées, chacune avec le talent et la foi propres à chaque auteur, chacune en harmonie avec les positions philosophiques plus générales qui y sont impliquées. Malgré l'importance quantitative et qualitative du volume, l'équivocité ou l'incommensurabilité du témoignage n'ont pas été éliminées du débat, car elles lui sont consubstantielles.|+  * LiptonPeter: The epistemology of testimonyIn: Studies in History and Philosophy of Science Part A 29/1 (1998S1-31.
  
-  * LeubaJean-LouisLa notion chrétienne de témoignage. Le Témoignage. Actes du Colloque organisé par le Centre international d’Études humanistes et par l’Institut d’Études philosophiques de Rome (Rome 5-11 janvier 1972 aux soins de Enrico CastelliParis, o.J. (1972). S. 309-316.+  * RavennaAlfredoNote sur le concept de témoignage dans la Bible et dans l’hébraïsmeIn: Le Témoignage. Actes du Colloque organisé par le Centre international d’Études humanistes et par l’Institut d’Études philosophiques de Rome (Rome 5-11 janvier 1972aux soins de Enrico CastelliParis, 1972S. 349-350.
  
-  * LiptonPeterThe epistemology of testimony. Studies in History and Philosophy of Science Part A 29/(1998) S. 1-31.+  * SerjeantsonR. W.Testimony and proof in early-modern EnglandIn: Studies in History and Philosophy of Science Part A 30/(1999) S. 195-236.
  
-  * Ravenna, Alfredo: Note sur le concept de témoignage dans la Bible et dans l’hébraïsme. Le Témoignage. Actes du Colloque organisé par le Centre international d’Études humanistes et par l’Institut d’Études philosophiques de Rome (Rome 5-11 janvier 1972 aux soins de Enrico Castelli. Paris, o.J. (1972). S. 349-350. +  * Shapiro, Barbara J.: Testimony in seventeenth-century English natural philosophy: legal origins and early development. In: Studies in History and Philosophy of Science Part A 33/2 (2002) S. 243-263. [[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12240684|Abstract]]
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-  * Serjeantson, R. W.: Testimony and proof in early-modern England. Studies in History and Philosophy of Science Part A 30/2 (1999) S. 195-236. +
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-  * Shapiro, Barbara J.: Testimony in seventeenth-century English natural philosophy: legal origins and early development. Studies in History and Philosophy of Science Part A 33/2 (2002) S. 243-263.  +
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-|AbstractThis essay argues that techniques for assessing testimonial credibility were well established in English legal contexts before they appeared in English natural philosophy‘Matters of fact’ supported by testimony referred to human actions and events before the concept was applied to natural phenomenaThe article surveys English legal views about testimony and argues that the criteria for credible testimony in both legal and scientific venues were not limited to those of gentle statusNatural philosophers became concerned with testimony when they shifted their attention from universal statements about nature to particular natural and experimental events. Testimony thus became important in the construction of natural and experimental histories constructed by English naturalists. The shift to a more Baconian approach to natural investigation, itself shaped in part by legal concepts and practice, made it possible for members of the Royal Society to adopt an already familiar and societally approved approach to testimony. However, the essay also suggests how the use of scientific instruments and the desire to avoid the adversarial processes of the law modified legal conditions for fact determination, and made it possible for later generations to associate the concept of fact, supported by credible testimony, with the natural rather than the human Sciences.|+
  
   * Smith, Gary u. Zill, Rüdiger (Hg.): Zeugnis und Zeugenschaft, Berlin 2000. (Darin: Zeugnis und Zeigeschaft, Klage und Anklage: Die Geste des Bezeugens in der Differenz von Identity Politics, juristischem und historiographischem Diskurs. S. 111-135.)   * Smith, Gary u. Zill, Rüdiger (Hg.): Zeugnis und Zeugenschaft, Berlin 2000. (Darin: Zeugnis und Zeigeschaft, Klage und Anklage: Die Geste des Bezeugens in der Differenz von Identity Politics, juristischem und historiographischem Diskurs. S. 111-135.)
  
  
-  * [[http://userpage.fu-berlin.de/babascha/index.html|FU-Tagung 'Figur des Zeugen']]+  * [[http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2009/fup_09_173/index.html|FU-Tagung 'Figur des Zeugen']]
  
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-^ Kategorien: {{tag>Rechtswissenschaft Philosophie Religionswissenschaft Geschichtswissenschaft}}  +[[redaktion:zeugnis|Redaktionsseite]] 
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